13.09.2012

BULLET – Full Pull

auf den Spuren der Großen ...

BULLET stehen für rockigen Heavy Metal aus Schweden. Obwohl der gemeine Metalhörer eigentlich aus dem Land des Death Metals weitaus härtere Klänge gewöhnt ist, haben BULLET mittlerweile – auch über die Landesgrenzen ihrer Heimat hinaus – so etwas wie Fame erlangt. Da man jedoch immer ehrlich sein soll, muss ich dieser Meinung wiedersprechen: zumindest “Full Pull” ist nicht so der Burner

2011 erschien die CD “Highway Pirates” die BULLET einen Deal bei dem Musikriesen Nuclear Blast verschaffte – große Freude auf Seiten der Band und auf Seiten der Fanschaar.
Für die Band selbst bedeutet dies, dass sie endlich ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden kann: “Wir waren schon immer eine Band mit etlichen Ideen in der Tasche, und nun ist die Zeit gekommen, sie alle umzusetzen. Kraftvollere Scheiben, fettere Shows – kurzum mehr von allem, was ihr an BULLET liebt!”. Für die Fans wiederum heißt diese Bekanntmachung nicht nur fettere Geschichten aus dem Hause ihrer Lieblinge, sondern auch den zügigen Release eines neuen Werkes, welches nun mit “Full Pull” ins Haus steht.

Full Pull” kommt mit einem angenehm warmen und satten Klang, aber dennoch rockig-fetzig, daher. Für diese audio-technische Entwicklung sind die Wunschkandidaten Fred Estby von Dismember und Nicke Andersson, Emtombed, verantwortlich, die bei diesem Album Hand anlegten. Sänger Hofer sagt über den Sound, dass die Band eine Art “Live-Feeling” auf CD bannen wollten – Mission geglückt!

Ansonsten kann man den fünf Schweden nicht viel Gelungenes attestieren. Ein bisschen AC/ DC hier, ein wenig Airbourne und Accept dort … wie diese Charakterisierung mit Bandnamen schon aussagt: nichts Neues für die Gehörgänge. Und insbesondere die charismatische Stimme Hofers unterstützt den Eindruck, dass es sich bei BULLET um einen musikalischen Abklatsch oder Trittbrettfahrer des Erfolges der beliebten Altrocker aus Australien handelt. Dieser Eindruck wird zu jeder Zeit und mit jeder gespielten Note bestärkt und findet wohl in “High On The Hog” seinen Höhepunkt. Woher der Ruhm um BULLET herrührt, vermag der Reviewer selbst nicht zu sagen. Vielleicht, weil ihre Helden selbst schon längst Kultstatus erreicht haben. 


Die Lieder sind bei weitem nicht schlecht – versteht mich an dieser Stelle bitte nicht falsch. Die Songs kommen gut herüber und bringen auch leitlich viel Schwung und gute Laune mit. Jedoch reicht das nicht aus. Es ist schwer eine Band zu bewerten, die zwar ihr eigenes Ding macht und immernoch in früheren Jahrzehnten schwelgt und sich dabei zu sehr auf ihre musikalisch Helden stützt. Andererseits besitzt “Full Pull” trotzdem einiges an Qualität auf der Rock’n’Roll- und Heavy Metal-Ebene ...

5,5 / 10 Punkten auf der “pure-Konfusion”-Skala

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